Projekt

Hintergrund

Die Ressourceneffizienz landwirtschaftlicher Betriebssysteme ist unter deutschen Produktionsbedingungen nur unzureichend untersucht. Aktuelle Entwicklungen in der Landwirtschaft (Spezialisierung, Intensivierung, Bioenergieerzeugung, …) können in ihrem Einfluss auf die Stoff‐, Energie‐ und Nährstoffeffizienz derzeit nicht sicher beurteilt werden; hierzu fehlen auch teilweise die methodischen Grundlagen. Die Effekte differenzierter Standortpotenziale, unterschiedlicher Produktionsintensitäten, aber auch Wirkungen der Betriebsstrukturen und Anbauverfahren auf die Effizienz der eingesetzten Ressourcen sind nicht systematisch analysiert. Es ist weitgehend unklar, wie sich die Ressourceneffizienz im ökologischen Landbau (überwiegend Low‐Input‐Systeme mit artenreichen Fruchtfolgen, N2‐Fixierung, Aufbau von Bodenfruchtbarkeit, betrieblichen Stoffkreisläufen, gezielter Nutzung von Ökosystemleistungen) von der im konventionellen Landbau (überwiegend High‐Input‐Systeme mit Stoff‐ und Energieinputs durch Dünge‐ und Pflanzenschutzmittel, Futtermittelzukauf) unterscheidet und welche Optionen zur Effizienzsteigerung auf betrieblicher Ebene bestehen.

Gleichzeitig ist unklar, ob es systembedingte Unterschiede zwischen ökologisch und konventionell wirtschaftenden Pilotbetrieben in Hinblick auf das Tierwohl und den Einsatz von Tierarzneimitteln gibt. Eine Verknüpfung von Tierwohlindikatoren und anderen Indikatoren der Nachhaltigkeit wie der Ressourceneffizienz wurde in der Wissenschaft bislang nicht systematisch vorgenommen; auch hier fehlt es bislang teilweise an methodischen Grundlagen.

Das Netzwerk der Pilotbetriebe bietet die einmalige Chance, ausgehend von den bisherigen Arbeiten und verfügbaren Daten sowie den Modellergebnissen zu Stoff‐ und Energieflüssen auf Betriebsebene, Untersuchungen zur Ressourceneffizienz und zum Tierwohl durchzuführen und ausgewählte Strategien der Effizienzsteigerung zu prüfen.

Die neuen Fragestellungen der Ressourceneffizienz und der Rolle des Tierwohls im Kontext der Umweltwirkungen von landwirtschaftlichen Systemen knüpfen direkt an die bisherigen Arbeiten zur ökologischen Nachhaltigkeit und zu Treibhausgasemissionen an. Damit wird die Kontinuität des Forschungsprozesses realisiert.

Der innovative Charakter des Projektes ergibt sich aus der Neuentwicklung wissenschaftlicher Methoden und praxisanwendbarer Beratungsinstrumente sowie deren umfassender Anwendung in einer großen Zahl unterschiedlich strukturierter Betriebe. Untersuchungsschwerpunkte sind:

  • die Entwicklung neuer Methoden, Indikatoren und Bewertungsansätze zur Analyse und Beurteilung der Ressourceneffizienz auf Betriebszweigebene und gesamtbetrieblicher Ebene,
  • die Erarbeitung und Praxiserprobung von Beratungsmethoden und Beratungstools zur Effizienzsteigerung,
  • die Ableitung und Praxiserprobung acker‐ und pflanzenbaulicher Strategien der nachhaltigen Effizienzsteigerung
  • die Verknüpfung von Ergebnissen der Beurteilung des Tierwohls, zum Tierarzneimitteleinsatz und zur Produktivität mit den gesamtbetrieblichen bzw. produktbezogenen Umweltwirkungen – daraus die Ableitung von nachhaltigen Optimierungsstrategien in der Milchviehhaltung (z.B. Synergieeffekte einer Verbesserung des Fütterungsregimes, der Haltungsbedingungen und der Umweltwirkungen in Bezug auf Tierwohl und Produktivität).
  • die ökonomische Bewertung der innerbetrieblichen Ressourceneffizienz und Analyse der ökonomischen Vorzüglichkeit verschiedener Bewirtschaftungsstrategien.


Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Bundesprogramm Ökologischer Landbau

Das Netzwerk der Pilotbetriebe wird gefördert vom
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)